13.10.2019

Nacht-S-Bahn für Schwabach? Ja, gerne!

Die Junge Union fordert, so wurde kürzlich im Schwabacher Tagblatt bzw. auch der Facebook-Seite berichtet, „eine Nacht-S-Bahn für Schwabach“.

„Das wäre eine tolle Sache! Dem schließen sich die Schwabacher Grünen und ich selbst voll an“, sagt die Schwabacher OB-Kandidatin Christine Krieg. „Ob diese Forderung umgesetzt werden kann, bezweifle ich allerdings ganz stark“, so Krieg weiter. „Denn es ist wenig wahrscheinlich, dass der VGN eine Nacht-S-Bahn nur in Richtung Schwabach/Roth umsetzen wird. Auch für den anderen S-Bahn-Äste in Richtung Neumarkt, Ansbach usw. wären Nacht-S-Bahnen an den Wochenenden wünschenswert. Leider ist die Forderung der JU Schwabach, so berechtigt sie ist, wenig erfolgversprechend, da an dieser Stelle lediglich die übliche kommunale Kirchturmpolitik erkennbar ist.“

Wie die Realität aussieht, zeigt ein Blick in die nahe Vergangenheit. Im Herbst 2018 wurde eine Petition des VCD, der Landtag möge an den Wochenenden einen S-Bahn-Nachtverkehr im VGN-Verbundgebiet einsetzen, abgewiesen. Mit den Stimmen der CSU! Begründet wurde dies mit mangelnden finanziellen Mitteln.

Gleichzeitige Initiativen des damaligen Sprechers für Verkehrspolitik in der Grünen Fraktion Ganserer, brachten ebenfalls abschlägige Auskünfte. Wieviel Bedeutung dem ÖPNV in Region Nürnberg zugemessen wird, zeigt eine Nachfrage von Ganserer zu den finanziellen Rahmenbedingungen. 2018 hat die bayerische Staatsregierung aus Regionalisierungsmitteln des Bundes und sogenannten Haushaltsresten 85 Mio Euro für die S-Bahn Nürnberg zu Verfügung gestellt. Für die Region München standen fast 1 Milliarde Euro, insbesondere für den Bau der zweiten Stammstrecke, bereit. Hier mangelt es also keinesfalls an Mitteln (nachzulesen in der Drucksache 17/23623 des Bayerischen Landtags vom 19.10.2018).

„Daran ist klar zu erkennen, wie der Nahverkehr in der Fläche aufgrund der S-Bahn in München vernachlässigt wird“, sagt Schwabachs Kreisvorstand Bernhard Spachmüller. Natürlich benötigt auch München einen noch besseren ÖPNV. Dafür gäbe es aber weit effektivere Lösungen anstelle des Milliardengrabs 2. Stammstrecke. Sinnvoll wäre auch, den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs zu überdenken. „Das ist Verkehrspolitik von gestern und in Zeiten von Energie-, Verkehrs- und Klimawandel ein vollkommen falscher Ansatz für den Einsatz von Steuergeldern“, ergänzt die Landtagsabgeordnete Sabine Weigand.

Schwabachs Grüne sagen der JU Schwabach auf jeden Fall jede Unterstützung zu, in diesem Punkt einen Bewusstseinswandel in der Mutterpartei herbei zu führen. „Eine Verkehrswende ist dringend erforderlich. Wir freuen uns, dass wir mit der JU einen Mitstreiter in dieser Frage gefunden haben“, fasst Christine Krieg zusammen und regt an: „Redet mit Eueren eigenen Leuten! Herrn Derr wünsche ich viel Erfolg im Dialog mit dem Verkehrsminister.“

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