Zum 24. Mal verliehen die Schwabacher Grünen den Kulturmeter, einen Preis für Kulturschaffende aus Schwabach, dotiert mit 1000 €.

Die festliche Preisverleihung fand am 23. November 2019 im Bürgerhaus statt und wurde musikalisch umrahmt von Vorjahrespreisträger Daniel Grimwood, der mit seiner virtuosen Meisterschaft am Flügel entscheidend zum Gelingen des Abends beitrug.



Als Ehrengast hatten die Grünen Erhard Grundl, den kulturpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, eingeladen. Er sprach über den Stellenwert der Kultur für die Gesellschaft, die nicht nur zum Ornament verkommen dürfe, sondern ein menschliches Grundbedürfnis darstellt. Insbesondere lege er bei seiner Arbeit Wert auf eine breite Förderung des kulturellen Lebens. Man müsse aushalten, dass „der Kulturschaffende auch die Hand, die ihn füttert, beißen dürfe“. Einem Kulturbegriff, der politischen Vorgaben folgen müsse, so wie manche Stimmen in der Politik fordern, erteilte er eine klare Absage.



Klaus Neunhoeffer stellte in einer kurzen Ausführung dar, wie es zur Entstehung des Kulturmeters Mitte der Neunzigerjahre kam. Besonders beachtenswert sei, dass es nicht die Grünen sind, die die Preisträger auswählen, sondern eine Jury, bestehend aus allen, mittlerweile zahlreichen, Preisträgern. Damit werde der Dialog unter den Kulturschaffenden gestärkt.

So wurde nach einer Übereinkunft der Jury in diesem Jahr das seit über 50 Jahre bestehende Akkordeon-Ensemble Balgverschluss e.V. mit dem Preis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Stadtheimatpflegerin Ursula Kaiser-Biburger, die selbst das Spiel auf dem Akkordeon erlernt hat. Beginnend mit einer Erklärung des Begriffs „Balgverschluss“, der ein Bauteil des Akkordeons bildet. Sie berichtete über die Entwicklung des Orchesters, die auch zu internationalen Konzerten eingeladen werden und würdigte die erstaunliche Bandbreite des musikalischen Könnens. Für den Verein Balgverschluss e.V. bedankte sich die Vorsitzende Birgit Böhm bei der Laudatorin und den Preisstiftern. Sie würdigte eingehend die Rolle des verstorbenen Gründerehepaares Wilma und Dieter Schwerdberger sowie die Rolle des aktuellen Dirigenten Daniel Zacher.




Der auch in diesem Jahr wieder verliehene „Sondermeter“, eine undotierte Ergänzung für besondere Leistungen im kulturellen Leben der Stadt ging in diesem Jahr an die Gewobau der Stadt Schwabach GmbH. Vorstandssprecherin und OB-Kandidatin Christine Krieg betonte, dass die Leistungen der Gewobau ein Segen für die Stadt seien: „Würde es sie nicht bereits geben, müsste man sie erfinden. Dass Sie sich nicht nur auf das Kerngebiet des geförderten Wohnens hinsichtlich Neubau, Erhalt und Bewirtschaftung beschränken, sondern sich als wichtiger Akteur im Bereich der Denkmalpflege engagieren, ist einer der Faktoren, der das Leben in der Stadt attraktiv machen, viel zur Lebensqualität beitragen und Identifikation schaffen“, richtete Christine Krieg lobende Worte in Richtung des Gewobau-Geschäftsführers Harald Bergmann.



Bezirksheimatpflegerin Dr. Andrea Kluxen betonte in ihrer Laudatio die vorbildhafte Arbeitsweise der Gewobau, die Impulsgeber für die Altstadtsanierung sei und auch Eigentümer benachbarter Gebäude zur Sanierung animiere. Selbst Gebäude, die private Eigentümer überfordern würden, konnten dank der Gewobau gerettet werden und stellen heute Schmuckstücke dar.

Geschäftsführer Harald Bergmann bedankte sich für den Sondermeter und freute sich sichtlich, dass die Arbeit „seiner Gewobau“ diese Anerkennung erfährt. In seiner Replik würdigte er die Rolle seines Vorgängers Günter Bieringer, der den Startschuss für das Engagement im Denkmalschutz gab. Die sogenannten Fischerhäuser bildeten 1997 den Auftakt und es folgten zahlreiche weitere Objekte, von denen die Zinkburg in der Boxlohe, die Laubhütte in der Synagogengasse und die Rohrersmühle die bekanntesten sind. Auch die Sanierung und Sicherung der Keller unter dem Pinzenberg konnte die Gewobau verwirklichen. Derzeit stehen der Umbau der Iffland-Druckerei zu einem Stadthotel sowie das Engagement im „Alten DG“ im Fokus. Bergmann bezeichnete den Denkmalschutz als „Kür“ für alle Mitarbeiter. Während Neubau und Verwaltung von Wohnungen sehr überschaubar und planbar seien, entstehen im Denkmalbereich nahezu täglich neue Situationen, die die Kreativität der Mitarbeiter fordern. Er betonte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden, mit denen er bislang durchwegs sehr lösungsorientiert zusammenarbeiten konnte.



Beim abschließenden „Get-together“ im Foyer des Bürgerhauses gratulierte der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl nicht nur den Preisträgern, sondern auch den Schwabacher Grünen zu ihrem langjährigen vorbildlichen Engagement im Kulturbereich.

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