Entwürfe des Hallenbads von a4-architekten.de

Statement von Bernhard Spachmüller im Stadtrat

Sehr geehrter Herr Klinger, Reimer, Löw, Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir treffen heute eine Entscheidung, von der wir der Meinung sind, dass sie mindestens für die nächsten 50 Jahre prägend für Schwabach sein wird. Wir Grüne wollen dieses neue Hallenbad auf den Weg bringen und stimmen dem Neubau mit sehr großer Mehrheit zu.

Angesichts der aktuellen Fördersituation und der derzeitigen Zinsniveaus wäre jede andere Entscheidung nicht sinnvoll. Aufbruch ist möglich, woanders schließen Bäder. Wir freuen uns selbstverständlich ebenfalls über den Bundeszuschuss von 3 Mio Euro, der das Zahlenwerk wesentlich freundlicher aussehen lässt.

Vielen Dank für die Berechnung der potentiellen Sanierung des alten Hallenbads. Die Zahlen zeigen, dass der städtische Anteil bei einer Sanierung höher gewesen wäre und lediglich den Status quo erhalten hätte.

Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf einer Bürgerin, die fragte, wie „ihr Grüne zustimmen könnt, dass vier große Bäume gefällt werden, nur damit ein paar Kinder plantschen können“. Ich habe dem widersprochen, denn es geht nicht ums plantschen.

Das Hallenbad dient in allererster Linie dem Schulsport und ist im Prinzip ein schulischer Fachraum. Schwimmsport ist als Teil des Lehrplans in allen Schularten ein Bildungsauftrag und deshalb ist die Bereitstellung der Infrastruktur eine kommunale Pflichtaufgabe. Generationen von Schülerinnen und Schülern werden hier die Möglichkeit erhalten, sicheres Schwimmen zu erlernen. Wie wir auch in Schwabach leidvoll erfahren mussten, ist diese Fertigkeit überlebenswichtig.

Daneben gibt es auch den Bereich des Breitensports. Schwimmen ist gerade in einer alternden Gesellschaft ein hervorragende Möglichkeit, den Körper fit zu halten. Beim Schwimmen werden alle Muskelgruppen belastet und ist damit optimal für alle Altersgruppen und Leistungsstufen.

Wir bedanken uns, dass für Menschen mit Behinderung die Möglichkeit berücksichtigt wird, einen Lift einzubauen, sodass auch sie an der Nutzung des neuen Bades teilhaben können. Barrierefreiheit ist ebenfalls eine Pflichtaufgabe bei kommunaler Infrastruktur und das ist gut so.

Im Übrigen weise ich darauf hin, dass das Hallenbad die einzige Sporteinrichtung ist, die unsere Bürgerinnen und Bürger für sportliche Aktivitäten nutzen können, ohne regelmäßige Beiträge an einen Verein oder einen Betreiber zahlen zu müssen.

Zuletzt haben wir auch die Basis geschaffen, dem leistungsorientierten Schwimmsport eine sichere Heimat zu geben.

Ich persönlich bedauere, dass es nicht gelungen ist, ein wettkampftaugliches Becken auf den Weg zu bringen. Die Diskussion um dem dazu erforderlichen Hubboden ist erledigt, aber ich möchte mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass besagter Hubboden, der ja auch förderfähig wäre, von den Bruttokosten her genauso teuer ist, wie die ohne Wimperzucken verabschiedete Sandsteinverkleidung der Bogenbrücke an der Wöhrwiese. Zumal der Sandstein noch nicht mal vom Landesamt für Denkmalpflege gefordert wurde. Ob die Prioritäten hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit hier richtig gesetzt sind, mag jeder für sich beurteilen.

Die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit hat natürlich das erwartete Resultat erbracht: das Bad trägt sich nicht. Allerdings wäre ein weiteres Verschieben des Baus angesichts der aktuellen Förderkulisse und des maroden Zustands des alten Hallenbads unverantwortlich. Das Defizit geht zu Lasten der Stadtwerke Schwabach GmbH. Dass sich der Geschäftsführer darüber nicht freut, ist klar. Allerdings wird der Haushalt der Stadt ebenfalls entlastet, da die Betriebskosten des alten Hallenbads jetzt wegfallen.

Positiv sehen wir die längeren Öffnungszeiten, insbesondere dass gerade an Wochenenden länger geöffnet sein wird.

Wir regen an, bei der Preisgestaltung Modelle zu entwickeln, die Strom- und Gas-Kunden der Stadtwerke Ermäßigungen einräumen, ähnlich wir es beim Dauerkartenverkauf im Parkbad der Fall ist. Wir halten eine derartige Regelung für angemessen, da wir in den letzten Jahren bei den Diskussionen mit Nachbargemeinden das Gefühl hatten, etwas im Regen stehengelassen worden zu sein.

Vielen Dank,

ich wiederhole nochmals: die Grüne Fraktion stimmt mit großer Mehrheit zu.

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